An der Pont du Gard

Die Tage in der Provence neigen sich dem Ende zu und wir sind auf dem Weg zu unserem letzten Ziel hier, Avignon. Ein Abstecher an die Pont du Gard liegt „quasi“ am Weg und so nehmen wir den kleinen Umweg in Kauf. Wieder kennt Herr W. sie bereits von einem einige Jahre zurückliegenden Urlaub, wo man von einem Campingplatz ganz bequem hinlaufen konnte. Uns ist klar, dass dies sicher nicht mehr so möglich ist und stellen uns darauf ein, dass der Besuch dieses Aquädukts mittlerweile sicher mit Kosten verbunden ist. Die Navigationssteffi und die Straßenschilder sind sich einig und wir gelangen an eine Schranke, an der wir ein Ticket ziehen können. War ja zu erwarten. Ein riesiger Parkplatz mit vielen, vielen freien Plätzen, wo wir nach einiger Zeit einen mit etwas Schatten finden. Herr W. steuert das Wohnmobil so unter den schattenspendenden Baum, dass er vor lauter Obachtgeben tatsächlich den Stamm übersieht und dem Wohnmobil seine erste winzige Delle am Nummernschild verpasst. Wäre das dann auch erledigt. Eine deutsche Familie wickelt ihr Kleinkind auf dem Rasen des Parkplatzes und angeregt davon legt Laki gleich ein Häufchen dazu, das wir dienstbeflissen beseitigen.

Wir gehen den richtungsweisenden Schildern hinterher und kommen an eine riesige licht- und luftdurchflutete Halle mit gespannten Sicherheitsbändern, die die Menschenmassen ordnen sollen. Uns schwant übles: wir sollen nochmal zahlen. Junge Menschen mit Serviceabzeichen stehen bereit und erläutern uns, dass der Eintritt pro Person 8,50 Euro betrage, der Hund aber nur an die Brücke herankönne, doch nicht in die Ausstellungen oder Kinofilme. Doch das ist uns zu viel. Wir wollen ja nur die Brücke ansehen, nicht den ganzen touristischen Plan erfüllen. Daher entscheiden wir, den Parkplatz ohne zu zahlen wieder zu verlassen, was geht, wenn wir das innerhalb von einer gewissen Zeit schaffen. Wir eilen rasch zum Parkplatz, fahren zum Ausgang und schieben unser Kärtchen hoffnungsvoll in den Automaten an der Schranke. Nichts passiert, wir sollen nachzahlen. Herr W. versucht mit der Freisprechanlage herauszufinden, was zu tun ist, doch eine Männerstimme fordert unbewegt fortwährend dazu auf, zurückzufahren und am Automaten Geld zu zahlen. Da hinter uns bereits eine Schlange anderer Autos ist und wir überhaupt nicht wissen, wo sich dieser ominöse Automat befindet, ist guter Rat teuer. Die Rettung naht auf der Nebenspur in Form eines weißen Autos mit schweizer Kennzeichen. Die beiden netten Leute darin haben aus irgendeinem Grund ZWEI Tickets, die die Ausfahrt ermöglichen. Eines brauchen sie selbst, das andere geben sie uns. Vier Menschen grinsen sich an, Herr W. überlässt die Männerstimme aus dem Lautsprecher ohne weitere Erläuterung sich selbst und wir fahren mit dem schweizerischen Ticket fröhlich wieder hinaus.

Brücken haben bekanntlich meist zwei Seiten, daher versuchen wir es über Remoulins, den nächsten Ort flussabwärts. Leider erwartet uns auch hier eine Kasse. Wir fahren also hinein nach Remoulins, gucken uns das winzige Örtchen an, das so gerne vom Aquädukt profitieren würde und durch die staatliche Aufbereitung komplett abgeschnitten wurde. Hier gibt es gleich am Ortsanfang ein relativ teures Restaurant, dahinter überwiegend Gebäude mit Leerstand. Ein sehr einfaches Lokal bietet ein kleines Mittagessen an, was recht lecker schmeckt.

Wie fahren weiter, ohne das Weltkulturerbe gesehen zu haben.

https://www.ardmediathek.de/tv/Das-Erbe-des-R%C3%B6mischen-Reiches/Pont-du-Gard-Frankreich-Folge-123/3sat/Video?bcastId=45662222&documentId=7408328

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