Arles, das Tor in die Camargue

Nach drei Tagen auf dem wundervollen Campingplatz, den ich uneingeschränkt empfehlen kann http://www.campingarcenciel.com, tanken wir Frischwasser, zahlen und wollen in Richtung Arles weiter. Da entdeckt Herr W. auf einem Prospekt, dass es auf diesem Campingplatz eine Brücke gibt, die sowohl Cezanne als auch Winston Churchill gemalt haben. Da kenne ich nichts, die muss angesehen werden. Wir stellen das Wohnmobil nochmal ab, suchen und finden eine unspektakuläre hübsche Bogenbrücke, die eigentlich gar nicht mehr zum Gelände gehört und teilweise hinter Bambus verborgen ist.

Endlich geht es auf die Autobahn. Nach Arles ist es nicht weit und wir parken das Auto gleich neben der Polizei unweit der Touristinformation. Zu Fuß geht es in die Innenstadt, wo wir natürlich die Spuren der Römer einen Blick wert sind. Das Amphitheater sowie weitere wichtige Plätze können wir nur von außen betrachten. Wer einen Hund hat, spart sich wirklich allerhand Geld für Eintrittsgelder in jedwede Sehenswürdigkeit oder Einrichtung. So gesehen macht Lakis Mitreise sogar Sinn. Das Amphitheater ist leicht von anderen ähnlichen römischen Denkmälern an seinen markanten Rundbogen zu unterscheiden. Touristisch ist der Bereich um das Amphitheater voll erschlossen. Lustig finde ich die vielen jungen Menschen, die als Römer oder Römerinnen verkleidet Lautsprecherboxen und anderes hochmodernes Equipment tragend mit einem Spezialschlüssel das Theater betraten, wohl um für eine Aufführung zu üben.

Touristen haben Hunger, wir auch. Ein netter Platz lädt ein, sich niederzulassen, und als es dort Boeuf Gardian gibt, kennt Herrn W.s Begeisterung keine Grenzen. Ich lasse mich anstecken und bald sitzen wir vor Tellern mit dunklem geschmorten Rindfleisch in Stücken und Reis aus der Camargue, der körnig fällt wie Parboiled Reis, aber rund ist wie Milchreis.

Wir flanieren weiter und ich fange an, die Auslagen der winzigen Läden genauer zu inspizieren. Ich wollte mir ja etwas kaufen, vielleicht ein Kleidungsstück … (von den gesparten Eintrittsgeldern – danke Laki!!!). Vor einem kurzärmeligen Kleid mit großen Mohnblüten und langschwingendem weiten Rock bleibe ich stehen, nehme es mit in die Umkleidekabine und bin schon halb entschlossen. Die Besitzerin, eine sympathische Frau, die so gar nicht dem gängigen Klischee der schmalgliedrigen dunkelhaarigen Französin entspricht, sondern blond, groß und robust in ihrem Laden steht, meint auf Englisch, sie habe diese Kleider für sich entworfen, weil sie so wenige tragbaren Dinge in Frankreich findet. Da auch ich eher nach Skandinavien passe denn nach Frankreich, kaufe ich zum heruntergesetzten Preis ein Kleid mit großen Blumen wie aus einem impressionistischen Gemälde.

Des Weiteren ist Van Gogh in dieser Stadt allgegenwärtig, aber auch die Kunst der Gegenwart nimmt viel Platz ein. Die Schüler der Hochschule für Fotografie stellen Arbeitergebnisse überall aus, sogar an Hauswänden kleben Bilder. Unbedingt muss ich jedoch das neue Gebäude von Gehry sehen, das eine schwerreiche Mäzenin der Stadt spendiert als Labor für Kunst und Forschung. Da ich schon von Gehrys Museum in Bilbao völlig hin und weg war, wollte ich natürlich hier auch die Baustelle ansehen. Man sieht schon eine ganze Menge und meine Lust, das fertige Gebäude kennen zu lernen ist ungebrochen.

https://www.welt.de/kultur/article167388881/Erlebt-auch-Arles-einen-Bilbao-Effekt.html

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach einem Eis – Lavendel mit Honig! – kommen wir zurück zum Auto und fahren nun wirklich in die Camargue.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s