Sachsen in natura

Natur gibt es natürlich auch, das Elbsandsteingebirge und die Bastei. Wie der Name schon sagt, liegt es an der Elbe und ist ein Gebirge aus grauem Sandstein. Die Bastei ist die berühmteste Formation.

Berge mag ich, die neuen – ungetragenen!!! – Wanderschuhe rufen nach einer ausgiebigen Testung und Laki soll mal wieder Bewegung kriegen wie ein richtiger Hund. Also ab ins Auto und von Bautzen aus etwa 40 Minuten nach Süden gefahren. Wir verschmähen den riesigen vorgelagerten Parkplatz, wo Touristen mit Shuttles direkt zur Bastei gebracht werden sollen, sondern fahren zum Kurort Rathen. In den Ort kommt man mit dem Auto gar nicht hinein, es ist sozusagen ein Sackort. Also wenden wir unter erschwerten Bedingungen und parken auf Parkplätzen, die eigentlich für die Hotel- und Pensionsgäste reserviert sind. Aber zumindest ist es schattig. Denn heute soll es wieder sehr heiß werden. Ich ziehe die neuen Schuhe an und sie diskutieren an meinen Füßen lebhaft mit der Haut an Ferse und Zehen. Ob das jetzt eine wirklich gute Idee war?

Wir passieren unzählige Andenkenläden und amüsieren uns über den Einfallsreichtum der Hersteller. Rechts ab geht es, dann links Stufen hinauf. Wir sind auf dem Pfad, der sich bis zur Bastei hochwindet. Leider sind wir nicht allein. Es ist weniger eine Wanderung denn ein riesiger Gänsemarsch aus sehr ungleichen Gänsen, um im Bild zu bleiben. Laki läuft schräg vor uns in ihrem unnachahmlichen Gang, den sie einem teuren Reitpferd abgeschaut haben muss. Ich mache die ersten Fotos, dazu muss ich aus der Schlange ausscheren und mich tief hinhocken. Das passt einer Frau nicht, die mit Mann und zwei Töchtern hinter mir läuft. Sie fährt mich an, ob ich nicht besser auf mein Tier aufpassen kann, eine ihrer Töchter rennt schreiend vor Laki weg. Wortlos nehme ich meine Süße an die Leine. Wie sich später herausstellt, pöbelt diese Familie alle hundeführenden Wanderer an. Daher schauen wir, dass wir aus der Menschenschlange ausscheren können, damit wir hinter diese Leute kommen. Glücklicherweise gibt es immer wieder herrliche Ausblicke hinunter auf die Elbe.

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Eine Burgruine in schwindelerregender Höhe einzig gebaut auf Felsvorsprüngen und Stelen kann man besichtigen. Was die Menschen damals alles auf sich genommen haben, um sicher zu leben und vor ihren Verfolgern geschützt zu sein! Heute, bei dem tollen Wetter mag das ja noch angehen. Aber bei Schnee und Eis war das gewiss ein äußerst hartes Los.

Es werden auf unserem Weg nicht weniger Leute, sondern eher mehr. Denn von oben strömen uns die Menschen entgegen, die mit dem Shuttle hoch gekommen sind. Sie tragen Ballerinas und Flipflops. Meine neuen Wanderschuhe dagegen geben Ruhe, sie und ich werden in den nächsten Stunden Freunde fürs Leben. Man hört ein bisschen Sächsisch, etliche südlich gefärbte Dialekte, was auf die Ferien in Bayern und Baden Württemberg zurückzuführen ist, viel Spanisch, Polnisch, Russisch und eine ganze Reihe Asiatischer Sprachen.

Die Bastei ist der Höhepunkt dieser Wanderung, eine doppelte Brücke verbindet die spektakulären Felsformationen. Schon Caspar David Friedrich hat sie gemalt, allerdings hat er die Brücke und die Menschenmassen weggelassen, um den romantischen Eindruck zu erreichen.

Gleich hinter der Bastei gibt es wieder eine Reihe von Örtlichkeiten, die einzig für Touristen gemacht wurden. Aber auf der schattigen Terrasse des Lokals ist reichlich Platz und wir löschen unseren Durst und essen ein Süppchen. Weiter geht es zu den Schwedenlöchern. Das sind enge Schluchten, die steil bergab führen. Trotz der Hitze ist es noch schattig und das Moos an den Felswänden ist feucht. Wenn man innehält, hört man es an manchen Stellen leise unter den Steinen gluckern. Laki läuft mit spielerischer Leichtigkeit voraus, wir hangeln uns hinterher. Hier sind nur wenige Leute, alle grüßen freundlich.

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Unten weitet sich die Landschaft und Laki badet im dürren Bächlein. Es speist einen Stausee, in dem unzählige Karpfenähnliche schwimmen. Mit Mühe können wir Laki überzeugen, dass es keine gute Idee ist, hier selbst sein Abendessen zu fangen.

Wir gelangen zurück nach Rathen, wo wir nochmal der Elbe einen Besuch abstatten, ehe wir ins Auto steigen.

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